top of page
  • Autorenbild: ignatius ounde
    ignatius ounde

Letzte Woche war ich nach dem Mittagessen im Zimmer eines Patienten.

Es ging ihm langsam besser. Die Behandlung zeigte Wirkung, die Blutwerte entwickelten sich in die richtige Richtung und Schritt für Schritt kam seine Kraft zurück.

Trotzdem stand das Mittagessen fast unberührt auf dem Tisch.

Ich fragte ihn, weshalb er nichts gegessen habe.

«Ich habe einfach keinen Hunger», sagte er.

Ich wusste, dass er einen Sohn hat, von dem er oft mit einem Lächeln erzählte. Also stellte ich ihm eine andere Frage.

«Wenn Ihr Sohn jetzt hier liegen würde und Ihnen sagen würde, dass er nichts essen möchte, obwohl sein Körper die Energie für die Erholung braucht – was würden Sie ihm raten?»

Er antwortete sofort.

«Ich würde ihm sagen, dass er wenigstens etwas essen soll. Ein paar Löffel reichen schon.»

Ich nickte.

Dann fragte ich:

«Und weshalb sagen Sie das nicht sich selbst?»

Er lächelte.

«Das ist etwas anderes.»



Als ich später aus dem Zimmer ging, liess mich dieser Satz nicht mehr los.

Nicht, weil ich ihm zustimmte.

Sondern weil ich wusste, dass ich mich darin selbst wiedererkannte.

Auch ich verschiebe manchmal Dinge, die meiner Gesundheit guttun würden. Nach einer langen Frühschicht denke ich, dass der Lauf auch morgen noch möglich ist. Oder dass ich einen Termin später vereinbaren kann.

Heute geht es ja noch.

Vielleicht kennst du diesen Gedanken.

Je länger ich über unser Gespräch nachdachte, desto klarer wurde mir, dass dieser Patient nicht nur über sich gesprochen hatte.


Er sprach über uns alle.


Wir kümmern uns oft mit grosser Hingabe um die Menschen, die wir lieben. Wenn unser Kind krank ist, reagieren wir sofort. Wenn unsere Partnerin erschöpft ist, sagen wir, sie solle sich ausruhen. Wenn ein guter Freund Schmerzen hat, raten wir ihm, Medikamente zu nehmen oder zum Arzt zu gehen.

Nur bei uns selbst gelten plötzlich andere Regeln.

In den vielen Jahren, in denen ich als Pflegefachmann gearbeitet habe, ist mir genau das immer wieder begegnet.

Schon während meiner Zeit auf einer chirurgischen Station sah ich, wie unterschiedlich Menschen nach derselben Operation genasen. Manche standen erstaunlich schnell wieder auf den Beinen. Andere brauchten deutlich länger.

Natürlich gibt es dafür viele Gründe. Alter, Vorerkrankungen oder die Schwere einer Krankheit spielen eine wichtige Rolle.

Und trotzdem gab es Faktoren, die immer wieder sichtbar wurden. Rauchen konnte die Wundheilung erschweren. Eine Mangelernährung oder fehlende körperliche Reserven machten den Weg zurück in den Alltag oft länger.

Damals wurde mir etwas bewusst. Die Genesung beginnt nicht erst im Spital.

Sie beginnt lange davor.



Später durfte ich viele Jahre Menschen in der Onkologie begleiten.

Ich habe dort beeindruckende medizinische Fortschritte erlebt. Therapien, die Hoffnung schenkten. Menschen, die mit einer unglaublichen Kraft gegen ihre Krankheit kämpften.

Ich habe dort aber auch einen Satz gehört, den ich nie vergessen werde.

Ein Patient sagte zu mir:

«Wenn ich gewusst hätte, wie wertvoll Gesundheit ist, hätte ich früher besser auf mich geachtet.»

Viele Krankheiten treffen Menschen ohne jede Vorwarnung.

Doch ich glaube, dass wir unsere Gesundheit häufiger beeinflussen können, als wir denken.

Nicht vollständig. Doch oft ein gutes Stück. Deshalb glaube ich auch nicht, dass uns Wissen fehlt.

Die meisten Menschen wissen, was gesund wäre. Was uns häufig fehlt, ist etwas anderes.

 

Wir behandeln unseren eigenen Körper oft mit weniger Fürsorge als die Menschen, die wir lieben.

Dabei ist unser Körper der einzige Ort, an dem wir unser ganzes Leben verbringen werden.

Dieser Text soll niemandem Schuldgefühle machen. Ich weiss, wie das Leben aussieht.

Ich kenne Schichtarbeit. Zeitdruck. Verantwortung. Tage, an denen alles andere wichtiger scheint als man selbst.

Gerade deshalb hat mich das Gespräch mit diesem Patienten so beschäftigt.

Denn seine Antwort war ehrlich.

«Das ist etwas anderes.»


Als ich später noch einmal bei ihm vorbeischaute, war der Teller nicht mehr ganz voll.

Ein paar Löffel hatten gefehlt.

Vielleicht hatte unser Gespräch etwas verändert. Vielleicht auch nicht. Ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, dass ich seit diesem Tag immer wieder an diesen Satz denke.

«Das ist etwas anderes.»

Nein. Eigentlich ist es das nicht.Wenn wir einem Menschen, den wir lieben, raten würden, etwas zu essen, dann dürfen wir uns denselben Rat geben.

Wenn wir einem guten Freund sagen würden, er solle zum Arzt gehen, dann dürfen wir auch selbst einen Termin vereinbaren.

Wenn wir unseren Kindern sagen, dass ihre Gesundheit wichtig ist, dann sollte derselbe Satz auch für uns gelten.

Denn irgendwann kommt der Moment, in dem unser Körper keine Ausreden mehr akzeptiert.

Ich wünsche mir, dass dieser Moment möglichst spät kommt.

Und dass wir bis dahin gelernt haben, uns selbst dieselbe Fürsorge zu schenken, die wir den Menschen geben, die wir lieben.

Vielleicht beginnt das mit etwas ganz Einfachem.

Mit den ersten paar Löffeln.

  • Autorenbild: ignatius ounde
    ignatius ounde

An diesem Morgen kam ich etwas zu spät zur Arbeit. Eigentlich nichts Dramatisches. Einer dieser Morgen, an denen man bereits bei Dienstbeginn das Gefühl hat, dem Tag ein wenig hinterherzulaufen. Ich spürte den Zeitdruck im Nacken. Die Übergabe kreiste noch im Kopf, und die Aufgaben des Tages warteten bereits, bevor ich überhaupt richtig angekommen war.


Als ich das Patientenzimmer betrat, lagen die beiden Patienten ruhig in ihren Betten. Ich stellte mich vor, wie ich es immer tue, und sagte, dass ich heute für sie zuständig sei. Nachdem ich mich um den Mitpatienten gekümmert hatte, ging ich zu ihm. Ich fragte ihn, wie er geschlafen habe. Er antwortete mir. Dann fragte ich: «Und wie fühlen Sie sich jetzt?» Er erzählte mir, dass es ihm besser gehe als am frühen Morgen. Er habe Fieber gehabt, fühle sich nun etwas stabiler. Ich nickte, hörte zu, registrierte, ordnete ein. Mein Kopf war bereits beim nächsten Schritt, bei den Medikamenten, bei den Kontrollen, bei dem, was an diesem Morgen alles noch anstand.


Und dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.

Er sah mich an. Wirklich an. Und fragte: «Und wie geht es Ihnen?»

Es war keine Floskel. Er meinte es ernst. Das spürte ich sofort. Es lag in seinem Blick und in der Ruhe, mit der er auf meine Antwort wartete. Er fragte nicht einfach den Pflegefachmann. Er fragte den Menschen vor seinem Bett.

Die Frage traf mich unvorbereitet. Im Arbeitsalltag bin ich es gewohnt, mich auf andere zu konzentrieren. Auf ihre Schmerzen, ihre Temperatur, ihre Übelkeit, ihre Ängste, ihre Werte, ihre Therapie. Auf mich selbst richtet sich der Blick nur selten. Für einen Moment stand ich einfach da und musste durchatmen.


Der Morgen hatte hektisch begonnen. Ich war angespannt zur Arbeit gefahren. Zum Glück hatte ich auf der Zugfahrt eine gute Freundin getroffen. Wir hatten geredet, gelacht und uns gegenseitig mit positiver Energie angesteckt. Sie gehört zu den Menschen, deren Gegenwart ansteckend ist und die einen leichter zurücklassen, als sie einen angetroffen haben. Als ich im Spital angekommen war, hatte sich teil meine Anspannung bereits gelöst. Erst durch seine Frage wurde mir das wirklich bewusst.

Also antwortete ich ehrlich. Dass es mir gut gehe. Dass ich gesund sei. Und dass ich mich auf meinen freien Tag am nächsten Morgen freue.

Während ich das sagte, spürte ich ein leises Zögern. Es fühlte sich beinahe unangebracht an, vor diesem jungen Mann von Gesundheit und freien Tagen zu sprechen. Doch er lächelte. Er freute sich für mich. Aufrichtig. Und genau das machte diesen Moment so besonders.

Denn wer mir diese Frage stellte, war ein junger Mann, noch keine dreissig Jahre alt. Jemand, der seit längerer Zeit zwischen Spitalaufenthalten, Chemotherapien und Rehabilitationen pendelte. Jemand, dessen Körper seit Monaten kämpfte. Jemand, der Schwäche, Unsicherheit und die Erschöpfung einer schweren Krankheit aus eigener Erfahrung kannte. Er hätte jedes Recht der Welt gehabt, seine ganze Kraft für sich selbst zu behalten.


Und trotzdem nahm er sich diesen einen Moment Zeit. Er hob den Blick aus seinem eigenen Kampf heraus und richtete ihn auf mich. Mit der Energie, die ihm dieser Morgen gelassen hatte, schenkte er mir Aufmerksamkeit. Vielleicht war genau das das grösste Geschenk dieses Tages.

In diesem Moment waren wir nicht in erster Linie Patient und Pflegefachmann. Wir waren zwei Menschen. Zwei Menschen in einem Spitalzimmer an einem gewöhnlichen Morgen, die sich gegenseitig wahrnahmen.


Seit diesem Tag stelle ich diese Frage bewusster. Der Ärztin auf dem Weg zur Visite. Dem Physiotherapeuten, der nur kurz vorbeikommt. Der Ernährungsberaterin. Dem Mitarbeiter der Reinigung. Der Kollegin aus der Pflege. Dem Transportdienst. Der Lernenden. Dem Oberarzt. Der Pflegeexpertin. Menschen, die ich gut kenne, und Menschen, die ich nur kurz auf dem Gang treffe.

«Wie geht es dir?»


Die Reaktion ist oft dieselbe: Überraschung. Eine kurze Pause. Ein Lächeln. Manchmal eine ehrliche Antwort. Und manchmal sehe ich in diesem kurzen Moment, wie sich etwas in der anderen Person löst. Eine Schulter, die sinkt. Ein Blick, der weicher wird. Als hätte jemand kurz eine Tür geöffnet, hinter der ein Mensch wartet, gesehen zu werden.


Vielleicht haben wir uns daran gewöhnt, einander vor allem in unseren Rollen zu begegnen. Die Pflegefachperson. Die Ärztin. Der Patient. Die Therapeutin. Die Person, die reinigt, transportiert, plant, dokumentiert, entscheidet, begleitet. Wir gehen davon aus, dass alle funktionieren. Dass alle zurechtkommen. Dass alle ihre Aufgabe machen und weitermachen.

Dabei trägt jeder Mensch etwas Unsichtbares mit sich. Freude. Müdigkeit. Hoffnung. Sorgen. Dankbarkeit. Manchmal auch Erschöpfung, die gut versteckt ist. Manchmal Kraft, die man einem Menschen von aussen kaum ansieht.


Wir alle möchten gesehen werden. Als ganze Menschen mit allem, was wir an diesem Tag in uns tragen.

Dieser junge Patient hat mich daran erinnert, dass Dankbarkeit mehr ist als ein ausgesprochenes «Danke». Dankbarkeit zeigt sich darin, dass wir den Menschen vor uns wahrnehmen. Dass wir neugierig bleiben. Dass wir uns einen Moment Zeit nehmen. Dass wir fragen und bereit sind, die Antwort wirklich zu hören.

Und vielleicht beginnt sie sogar damit, dass wir uns selbst diese Frage wieder stellen. Eine Frage, die ich mir viel zu lange nicht mehr bewusst gestellt hatte: Wie geht es mir eigentlich?

Manchmal verändert eine einzige, aufrichtige Frage die Atmosphäre eines ganzen Tages. Manchmal verändert sie sogar den Menschen, der sie gestellt bekommt.

Bei mir hat sie genau das getan.


Wie geht es dir?

 

  • Autorenbild: ignatius ounde
    ignatius ounde

Aktualisiert: 8. Juni



Ich erinnere mich an diesen Moment fast wie in Zeitlupe. die Studentin öffnete die Tür zum Stationszimmer Sie stand da, mit diesem Blick, den man sofort erkennt, wenn man schon lange in der Pflege arbeitet. Sie war überfordert dieses es war stille Stehenbleiben, wenn ein Mensch merkt: Jetzt bin ich an einem Punkt, auf den mich kein Lehrbuch wirklich vorbereitet hat.


Es war einer dieser Nachmittage auf der Station, an denen alles gleichzeitig geschieht. Das Telefon klingelt. Auf dem Gang sind schnelle Schritte zu hören. Medikamentenbecher klappern. Irgendwo sucht jemand eine Ärztin. Irgendwo wartet jemand auf eine Antwort. Irgendwo braucht ein Patient mehr Zeit, als der Tagesplan vorgesehen hat.



Ein paar Zimmer weiter lag ein Patient, der in den nächsten Stunden sterben würde.

Er war wach. Er konnte hören. Er konnte verstehen. Er wusste, was geschah.

Wir kannten ihn gut, er war drei Wochen bei uns. Er war ruhig, dankbar und herzlich. Einer dieser Patienten, die einem bleiben. Er brachte eine besondere Ruhe mit. Er war organisiert, gefasst, freundlich. Er bedankte sich für kleine Dinge. Für ein Glas Wasser. Für eine ruhige Erklärung. Für einen Moment Zeit. Mit ihm war in den Tagen zuvor eine echte Verbindung entstanden.


Die Studentin stand im Stationszimmer und suchte nach Worten. Für sie war es das erste Mal, dass sie so bewusst mit dem Sterben eines Menschen konfrontiert wurde. Sie wusste, dass sie noch einmal zu ihm gehen würde. Sie wusste auch, dass es ihre letzten Worte an ihn sein könnten.


Sie fragte mich sinngemäss:

„Was soll ich ihm sagen? Was sagt man in so einem Moment?“

Solche Situationen sind mir in all den Jahren mehrfach begegnet. Trotzdem bleibt jeder Abschied anders. Erfahrung macht den Tod nicht leichter. Sie nimmt einem die Betroffenheit nicht weg. Sie hilft nur, in einem schweren Moment ruhig zu bleiben.

Ich spürte in ihrer Frage eine grosse Verantwortung. Und Vertrauen. Sie kam zu mir, weil sie Orientierung suchte.

Ich sagte ihr:

„Sag ihm: Gute Reise.“

Er war viel gereist. Er wanderte gerne. Er kannte Wege, Landschaften, Aufbrüche. Deshalb passte dieser Satz zu ihm als etwas, das mit seinem Leben zu tun hatte.

Die Studentin schaute mich überrascht an.

Vielleicht hatte sie mit einem medizinischen Satz gerechnet. Vielleicht mit einer religiösen Formulierung. Vielleicht mit etwas Grösserem, etwas Ausgefeiltem, etwas, das der Schwere dieses Moments gerecht werden sollte.

Für mich war „Gute Reise“ genau richtig.



Viele Menschen erleben das Lebensende als Übergang. Manche als Anfang von etwas Neuem. Manche wissen es selber kaum. Manche glauben fest. Manche zweifeln. Manche sind müde vom Kämpfen. Ein Satz wie „Gute Reise“ lässt Raum. Er drängt niemandem eine Weltanschauung auf. Er erklärt nichts. Er verspricht nichts. Er begleitet.

Früher hätte ich vielleicht anders reagiert. Vielleicht hätte ich gesagt: „Gott sei mit dir.“ Oder: „Du gehst an einen besseren Ort.“ Oder einfach: „Alles Gute.“ Mit den Jahren hat sich mein Umgang mit dem Sterben verändert. Ich suche weniger nach grossen Worten. Ich vertraue mehr auf einfache, ehrliche Sätze.


Später ging ich selbst noch einmal zu ihm ins Zimmer.

Es war ruhiger geworden. Das Licht im Zimmer war weicher. Seine Atmung war langsamer. Ich trat an sein Bett, blieb einen Moment stehen und sagte leise:

„Gute Reise. Und danke für alles, was ich von Ihnen lernen durfte. Vor allem Gelassenheit.“

Er öffnete die Augen nicht mehr. Seine Frau nickte. Und das reichte.

Das war der eigentliche Moment diese stille Verbindung zwischen Menschen. Ein Patient, der ging. Seine Frau, die blieb. Eine Pflegende, die Zeugin war. Ein Raum, in dem nichts mehr gelöst werden musste.


Dieser Patient hatte uns in seinen letzten Tagen gezeigt, dass ein Mensch auch am Ende seines Lebens Würde ausstrahlen kann. Ruhe. Dankbarkeit. Gelassenheit. Nicht jeder Mensch findet am Lebensende diese Ruhe. Sterben ist verschieden. Manche Menschen haben Angst. Manche sind wütend. Manche kämpfen. Manche sind innerlich schon weit weg. Genau deshalb war seine Art so besonders sie war sein Weg, Und diesen Weg durfte ich respektvoll begleiten.

Am Lebensende braucht es oft keine langen Erklärungen. Es braucht keine falsche Hoffnung. Es braucht keine religiösen Sätze ohne Bezug zum Menschen. Es braucht keine Floskeln, die vor allem die eigene Unsicherheit verdecken.


Es braucht Präsenz.

Es braucht Echtheit.

Es braucht den Mut, den Moment auszuhalten.


Das ist etwas, was ich jungen Pflegefachpersonen mitgeben möchte: Am Bett eines sterbenden Menschen zählt die Stille, die ihr halten könnt. Die Gegenwart, die ihr schenkt. Das Dasein selbst. Still. Ganz. Ohne den Anspruch, alles richtig machen zu müssen.

Manchmal reicht ein ruhiger Blick. Eine Hand, die bleibt. Eine Stimme, die ruhig spricht. Ein Satz, der ehrlich gemeint ist.


Pflege am Lebensende ist Beziehung. Würde. Begleitung und manchmal ist sie ein stilles Versprechen: Du bist in diesem Moment als Mensch gesehen.

Auch wir Pflegefachpersonen haben in solchen Situationen keine fertigen Antworten. Auch wir suchen manchmal nach Worten. Auch wir spüren die Schwere eines Abschieds. Vielleicht macht genau das gute Pflege aus: dass wir unsere Menschlichkeit behalten, während wir professionell bleiben.


Vielleicht stehst du eines Tages selbst an einem solchen Bett. Als Pflegefachperson. Als Angehöriger. Als Freund. Als Mensch, der einfach da ist, während ein anderer Mensch geht.

Du wirst vielleicht nach Worten suchen. Vielleicht wirst du schweigen. Vielleicht wirst du nur eine Hand halten, den Atem hören, im Zimmer bleiben und spüren, wie schwer dieser Moment ist.

Das reicht. Denn ein sterbender Mensch braucht in diesem Augenblick keine Antwort auf den Tod. Er braucht einen Menschen.

Er braucht dich.

 


BLEIBE AUF DEM LAUFENDEN
spende
glp
  • Whatsapp
  • Linkedin
  • Instagram
  • Facebook
  • X
  • TikTok
bottom of page