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Arbeitest du in der Pflege? Dann komm kurz her. Wir müssen reden.

  • Autorenbild: ignatius ounde
    ignatius ounde
  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit



Falls du keine Pflegefachperson bist, darfst du selbstverständlich weiterlesen. Vielleicht erhältst du einen neuen Einblick in unseren Beruf. Oder du scrollst einfach weiter.

Dieser Beitrag richtet sich an alle Pflegefachpersonen in der Schweiz und auch an jene, die planen, hier zu arbeiten. Denn wer in der Schweiz pflegen will, sollte auch verstehen, wie unser Beruf hier organisiert ist und weshalb ein starker Berufsverband zählt.

Ich möchte dir eine einfache Frage stellen:


Bist du Mitglied im SBK, dem Schweizer Berufsverband der PflegefachPersonen?


Falls deine Antwort Ja lautet: Danke.


Falls deine Antwort Nein lautet, dann lade ich dich ein, dir fünf Minuten Zeit zu nehmen.

Jeden Tag übernehmen wir Pflegefachpersonen Verantwortung für Menschen in den verletzlichsten Momenten ihres Lebens.


Wir beobachten Veränderungen, treffen klinische Entscheidungen, koordinieren komplexe Behandlungen, begleiten Angehörige, lindern Schmerzen, fördern Selbstständigkeit und geben Sicherheit.

Manchmal begegnen wir Patientinnen und Patienten, die uns mit ihrer Dankbarkeit berühren. Manchmal begleiten wir Menschen, die verzweifelt, wütend oder überfordert sind und ihren Frust an uns auslassen. Du kennst diese Situationen genauso gut wie ich.


Über unseren Berufsalltag muss ich dir nichts erzählen.


Du lebst ihn jeden Tag.

Unser Beruf verlangt Fachwissen, Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein, Geduld und vor allem sehr viel Menschlichkeit.

Und trotzdem wird über unseren Berufsalltag häufig von Menschen entschieden, die ihn nie selbst erlebt haben.

Als Pflegefachmann und Politiker kenne ich beide Welten: den Alltag am Patientenbett und die politischen Prozesse, in denen über die Zukunft unseres Gesundheitswesens entschieden wird.

Dabei habe ich etwas erkannt.


Gute Pflege allein verändert das Gesundheitswesen nicht. Gute Pflege braucht eine starke Stimme.


Genau diese Stimme ist der SBK.

Viele wissen gar nicht, was der SBK eigentlich macht.

Der SBK vertritt die Interessen der Pflege gegenüber Bund, Kantonen und Behörden. Er bringt unsere Perspektive in Gesetzgebungsverfahren ein, entwickelt Berufs und Qualitätsstandards, fördert Aus- und Weiterbildung, unterstützt Forschung und Innovation und setzt sich jeden Tag für bessere Rahmenbedingungen ein.

Der SBK diskutiert mit, wenn es um unsere Löhne, Zulagen, Arbeitszeitmodelle und Anstellungsbedingungen geht.

Er bringt die Sicht der Pflege in kantonale Pflegeplanungen ein und begleitet die Umsetzung kantonaler Gesundheitsstrategien. Dort wird entschieden, wie viele Pflegefachpersonen künftig benötigt werden, welche Kompetenzen die Pflege übernimmt, wie sich Versorgungsmodelle entwickeln und welche Prioritäten im Gesundheitswesen gesetzt werden.

Mit anderen Worten:


Der SBK sitzt an den Tischen, an denen über die Zukunft unseres Berufs entschieden wird.

Und genau hier stellt sich eine wichtige Frage.

In der Schweiz arbeiten rund 150'000 Menschen im Pflege- und Betreuungsbereich.

Rund 100'000 davon verfügen über eine tertiäre Pflegeausbildung als diplomierte Pflegefachpersonen HF oder FH beziehungsweise über einen gleichwertig anerkannten Abschluss.

Der SBK zählt etwas mehr als 25'000 Mitglieder.

Das bedeutet:

Nur etwa jede vierte diplomierte Pflegefachperson ist Mitglied im Berufsverband, der unsere Interessen vertritt.

Vergleichen wir das mit anderen Gesundheitsberufen.

Für Ärztinnen und Ärzte gehört die Mitgliedschaft im Berufsverband fast selbstverständlich zum Berufsverständnis. Dadurch sprechen sie mit einer starken und geeinten Stimme. Ihre Anliegen werden in Politik und Öffentlichkeit ernst genommen. Sie gestalten die Entwicklung ihres Berufs aktiv mit.

Diese Geschlossenheit verleiht ihnen Gewicht.

Warum sollte die grösste Berufsgruppe im Gesundheitswesen mit weniger zufrieden sein?

Viele Errungenschaften, die wir heute als selbstverständlich ansehen, entstanden, weil sich Pflegefachpersonen gemeinsam engagiert haben.

  • Die Professionalisierung unseres Berufs.

  • Die Weiterentwicklung der Ausbildung.

  • Die Stärkung der Pflegewissenschaft.

  • Die Pflegeinitiative.

All das wurde erreicht, weil Menschen Verantwortung übernommen haben.

Doch die Pflegeinitiative war kein Schlusspunkt.

Sie war der Startschuss.

Jetzt geht es um die Umsetzung.

Heute werden Entscheidungen getroffen über Ausbildungskapazitäten, Personalausstattung, Kompetenzen, Advanced Practice Nursing, Finanzierung, Arbeitsbedingungen und die langfristige Sicherung der pflegerischen Versorgung.

Wenn wir dort mitreden wollen, braucht unsere Stimme Gewicht.

Und dieses Gewicht entsteht durch unsere Mitglieder.


Der SBK befindet sich heute in einer wichtigen Phase der Weiterentwicklung.

Mit dem neu gewählten Vorstand beginnt ein neues Kapitel. Ich darf Teil dieses Gremiums sein, und ich kann dir versprechen: Business as usual reicht nicht mehr.

  • Wir wollen einen aktiven, sichtbaren und wirkungsvollen Berufsverband.

  • Wir wollen eine starke Geschäftsstelle.

  • Wir wollen engagierte kantonale Verantwortliche.

  • Wir wollen näher bei den Pflegefachpersonen sein.

  • Wir wollen unsere Stimme überall dort einbringen, wo über die Zukunft unseres Berufs entschieden wird.

Veränderung bringt manchmal Unsicherheit mit sich. Ich weiss, dass die Entwicklungen der letzten Wochen bei einigen Fragen ausgelöst haben. Gerade jetzt braucht der SBK jedoch engagierte Mitglieder, die mitgestalten statt sich zurückzuziehen.

Die Zeit, darauf zu hoffen, dass sich etwas von allein verbessert, ist vorbei.

Jetzt ist die Zeit, Verantwortung zu übernehmen.

Eine Mitgliedschaft im SBK ist deshalb weit mehr als ein Jahresbeitrag.

  • Sie ist ein Bekenntnis zu unserem Beruf.

  • Sie ist eine Investition in bessere Arbeitsbedingungen.

  • Sie ist eine Investition in faire Löhne.

  • Sie ist eine Investition in eine starke Ausbildung der nächsten Generation.

  • Sie ist eine Investition in die Qualität unserer Gesundheitsversorgung.

  • Vor allem aber ist sie ein Zeichen der Solidarität mit allen Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag dieselbe Verantwortung tragen wie wir.

Ich höre manchmal den Satz:

Ob meine Mitgliedschaft wirklich einen Unterschied macht?

Meine Antwort lautet:

Ja.

Jede Mitgliedschaft stärkt unsere Glaubwürdigkeit.

Jedes neue Mitglied stärkt unsere Verhandlungsposition.

Jedes neue Mitglied macht unsere gemeinsame Stimme lauter.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob der SBK neue Mitglieder braucht.

Die eigentliche Frage lautet:

Sind wir bereit, gemeinsam Verantwortung für unseren eigenen Beruf zu übernehmen?

Ich bin überzeugt:

Die Zukunft der Pflege entscheidet sich nicht nur am Patientenbett.

Sie entscheidet sich auch in Parlamenten.

In kantonalen Gesundheitsdirektionen.

In Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen.

In Pflegeplanungen.

In Kommissionen.

Überall dort braucht es eine starke, geeinte und kompetente Vertretung der Pflege.

Darum engagiere ich mich im SBK.

Und deshalb lade ich dich ein, Teil dieser gemeinsamen Stimme zu werden.

Zum Schluss möchte ich dir nur eine einzige Frage stellen:

Was hält dich heute noch davon ab, Mitglied im SBK zu werden?

 
 
 

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