top of page

Was die Pflege mir jeden Tag über das Leben lehrt

  • Autorenbild: ignatius ounde
    ignatius ounde
  • 21. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Letzte Woche war der internationale Tag der Pflege. Ich habe mir bewusst Zeit genommen, um über meinen Beruf nachzudenken. Über das, was die Pflege mit mir gemacht hat. Über die Menschen, denen ich begegnet bin. Über die Teams, mit denen ich jeden Tag arbeite. Und über die Frage, warum ich trotz aller Intensität dieses Berufs mit tiefer Dankbarkeit sagen kann: Ich liebe die Pflege.


Es sind oft die kleinen Momente, die bleiben.


Ein Patient, der nach einer schwierigen Operation zum ersten Mal wieder ein paar Schritte macht und dich dabei kurz anlächelt. Eine Angehörige, die deine Hand hält und einfach nur „Danke“ sagt. Eine Kollegin, die ohne grosse Worte übernimmt, weil sie spürt, wie viel bereits geleistet wurde.


Genau dort zeigt sich für mich der Kern der Pflege.


Die Pflege bringt mich jeden Tag in direkten Kontakt mit Menschlichkeit. Ich begegne Menschen in sensiblen, persönlichen und prägenden Lebensphasen. Ich erlebe Hoffnung, Mut, Würde und enorme Stärke. Diese Nähe verändert einen Menschen. Sie lehrt Präsenz. Sie lehrt Geduld. Sie zeigt, was im Leben wirklich zählt.


Ich habe gelernt, dass Heilung oft im Zuhören beginnt. Dass Ruhe manchmal mehr bewirkt als Worte. Dass kleine Gesten grosse Wirkung haben können. Die Pflege hat mich geduldiger gemacht. Geduld mit Menschen, die mehr Zeit brauchen. Geduld mit Angehörigen, die Orientierung suchen. Geduld mit Menschen mit Alzheimer oder Demenz, die ihre eigene Realität erleben und trotzdem Respekt, Wärme und Sicherheit verdienen.


Vielleicht bewundere ich deshalb PflegeTeams so sehr.


Ich arbeite mit Menschen, die jeden Tag mit beeindruckender Professionalität, Ausdauer und Herz für andere da sind. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die füreinander einstehen. Menschen, die Menschlichkeit nicht nur predigen, sondern leben.

Besonders grossen Respekt habe ich vor Teams auf Demenzabteilungen. Dort entstehen täglich Begegnungen voller Geduld, Ruhe und Würde. Auch in Rehabilitationskliniken beeindruckt mich, mit wie viel Ausdauer Menschen Schritt für Schritt zurück in den Alltag begleitet werden. Und die Mitarbeitenden der Spitex bringen Fürsorge, Sicherheit und Nähe direkt zu den Menschen nach Hause.


Als Vater berührt mich die Pflege noch auf eine andere Weise.


Einer meiner Söhne möchte Pflegefachmann werden. Das erfüllt mich mit Stolz. Denn trotz aller Diskussionen rund um das Gesundheitswesen erkennt er, wie viel Sinn und Menschlichkeit in diesem Beruf liegen. Er sieht, dass Pflege Stärke bedeutet. Verantwortung. Nähe zum Menschen.


Das gibt mir Hoffnung für die Zukunft.


Ich wünsche mir ein Gesundheitswesen, das Pflegefachpersonen noch stärker unterstützt und wertschätzt. Ich wünsche mir Arbeitsbedingungen, die Qualität, Menschlichkeit und Gesundheit gleichermassen fördern. Und ich wünsche mir eine Gesellschaft, die versteht, dass Pflege weit mehr ist als ein Beruf.


Pflege bedeutet Vertrauen.

Pflege bedeutet Stabilität.

Pflege bedeutet Menschlichkeit.


Der internationale Tag der Pflege war für mich deshalb mehr als ein symbolisches Datum. Er war eine Erinnerung daran, Teil eines Berufs zu sein, der Menschen in den bedeutendsten Momenten ihres Lebens begleitet.


Und genau dafür bin ich dankbar.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
BLEIBE AUF DEM LAUFENDEN
spende
glp
  • Whatsapp
  • Linkedin
  • Instagram
  • Facebook
  • X
  • TikTok
bottom of page